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FLEVOBIKE fahren...



Über das FLEVO-fahren und vor allem das FLEVO-fahren lernen ist schon viel geschrieben worden, wer mit einer der Suchmaschinen im weltweiten Netz recherchiert hat, weiß dies.

Eine der wichtigsten Informationsquellen zum FLEVOBIKE und zum FLEVOTRIKE, auch was die interessante Historie dieser außergewöhnlichen Fahrradkonstrukion anbetrifft, ist die Website des FLEVO-Fanclub.-

Nachdem sich meine Freundin Ingrid ein neues FLEVOBIKE direkt beim Hersteller in Dronten/NL kaufte, kam ich selbst nicht umhin, mich auch für diesen Knicklenker zu interessieren.

Normalerweise hätte ich nicht im Traum daran gedacht, mir von meinem ersparten Geld ein Fahrrad zu kaufen, welches ich nicht fahren kann.

Ermutigt zum Kauf eines FLEVOBIKEs wurde ich von Hartmut Carstens+, FLEVOBIKE, FLEVOTRIKE und Groß-Einradfahrer aus Varel, der uns auch immer wieder mit Handling- und technischen Tips rund um das FLEVO versorgte. In seiner ruhigen Art verborgen war etwas Mitreißendes. Ich kannte ihn aus dem Radreise & Fernradler Forum und aus dem Liegeradforum, real haben wir Hartmut einmal während der "Spezi" in Germersheim erlebt.

Nach mehreren Jahren Erfahrung auf meinem Allroundliegerad „BEVO-Bike“ dachte ich eher an ein (ergänzendes) reines Reiseliegerad a´la Streetmachine.

Zunächst aber unternahm ich in Münster, es war ein Freitag im September 2002 und „sie“ war auf Dienstreise, erste Fahrversuche auf ihrem roten FLEVOBIKE. Es hat den kurzen Rahmen und war für mich eigentlich zu klein.

Die ersten Anfahrversuche fanden vormittags auf einem leicht abschüssigen, bitumisierten Weg statt. Nach etwa zwei Stunden gelang es mir endlich, mehr als eine halbe Kurbelumdrehung auf dem FLEVO zu bleiben, bevor ich meine Beine wieder zur Landung reflexartig ausfahren musste. Dies gelang nicht immer, so daß meine Jeans nach diesem ersten FLEVO-Tag nur noch als Material für eine umzunähende kurze Jeans zu gebrauchen war.


Ingrids FLEVOBIKE: Hiermit machte ich meine ersten FLEVO-Erfahrungen.

Am späten Nachmittag dieses ersten Tages, schaffte ich es, etwa 25 bis 20 Meter auf dem FLEVO zu bleiben, bevor dieses, aus welchen Gründen auch immer, von selbst eine Rechts- oder Linkskurve und damit in Richtung Rasenkante fuhr….

Als der Abend meines ersten FLEVO-Tages dämmerte, machte ich eine interessante Entdeckung: Auch wenn das FLEVOBIKE ungewollt in atemberaubende enge Steilkurven ging; solange ich weiter pedalierte, kippte ich nicht, na ja, kaum um. Ich benötigte also lediglich mehr Platz zum Üben!

Tief befriedigt ging ich, daß FLEVO neben mir herschiebend, heim…..

Nachdem ich am nächsten Tag an gleichem Ort noch etwas weiter übte, schob ich das FLEVO am Sonntag zum Üben auf den benachbarten Parkplatz eines Supermarktes. Endlich durfte FLEVOBIKE tun, was es schon immer wollte: Nämlich dahin zu kurven, wo es selbst hin wollte! Und das, ohne von einem unfähigen Fahrradfahrer immer wieder gestoppt zu werden.

Und ich lernte, dass ein FLEVO in der Kurve, wie eng sie auch immer sei, wirklich nicht umkippt. Ich fuhr auf der großen Fläche also irgendwie, wenn auch völlig steuerlos.

Versuche, die Richtung der Kurven zu beeinflussen, blieben nicht nur erfolglos, sondern führten zu unwilligen Schlingerbewegungen des FLEVOs und mich selbst zu Verkrampfungen.

Plötzlich machte ich eine faszinierende Entdeckung: Das FLEVO reagiert auf meine Gedanken!
In welche Richtung auch immer ich blickte, das FLEVO kurvte genau in die Richtung meiner Blicke…..

Nun folgten Tage regelmäßigen Übens im geschützten Raum, auf Parkplätzen und Wanderwegen.

Nach drei Wochen etwa traute ich mich erstmalig, auf Straßen zu fahren.

Klar war jetzt, ein eigenes FLEVOBIKE muß her!

Nach tagelangen Beobachtungen des Marktes fand ich schließlich in Enschede/NL einen Niederländer, der sein erst zweieinhalb Jahre junges FLEVO (Neupreis mit 8-Gangschaltung ca. € 1100.-) für nur € 450.- verkaufen wollte. Er war mit dem Knicklenker nicht glücklich geworden und hatte sich stattdessen eine Challenge „Hurricane“ gekauft. Laut Bordcomputer hatte mein gebrauchtes FLEVO erst 2500 km auf den Laufrädern.

Nun konnte ich es nicht erwarten, möglichst schnell viel Praxiserfahrung zu sammeln und nahm meine neue Errungenschaft mit nach Hamburg.

Dort nutzte ich es, neben meinem BEVO-Bike als Arbeitswegrad und wurde so langsam sicherer. Einmal wurde ich, ungeplant, von einem Wintereinbruch überrascht und mußte, mit viel Körpergefühl auf einer dünnen, von Kfz sehr glattgefahrenen Schneedecke nach Hause radeln.

Das Bremsverhalten des FLEVOBIKE ist gewöhnungsbedürftig, wirkt aber manchmal sehr spektakulär: Als mir im Betrieb einmal ein Kollege entgegenkam, den ich lange nicht gesehen hatte, machte ich spontan und unüberlegt eine Vollbremsung.
Mit der ungeplanten Folge, daß ich auf meinen eigenen Füßen vor ihm stand… und FLEVO ebenfalls, auf dem Vorderrad nämlich senkrecht hinter meinem Rücken! Der Kollege hielt das Manöver für eingeübt und war schwer beeindruckt. Ich ließ ihm bis heute seinen Glauben…


Mein eigenes FLEVOBIKE!

Die wichtigste Funktion der hintere Bremse übrigens ist nicht das normale Bremsen, dabei muß sie nämlich aufgrund der Knicklenkung extrem sensibel gehandhabt werden. Die wichtigste Funktionen sind das Festhalten des FLEVOs beim Aufsteigen des Fahrers und vor allem die Unterstützung beim Fahren sehr enger, langsamer Kurven.
Bremsen beim Kurvenfahren?:
Bei sehr langsamen Kurven hat man sehr wenig Pedaldruck und hat damit nur wenig Lenkkraft zur Verfügung. Indem man beim Fahren enger, langsamer Kurven hinten etwas bremst, erzeugt man indirekt mehr Pedaldruck und damit Lenkkraft.
Bei schnellen Kurven dagegen lenkt man mittels winziger, intuitiver Körperbewegungen.

Zwischenzeitlich wurde es Ende 2002 zur Tatsache, daß wir im Juni 2003 Eltern werden würden.

Nun mußte die längst geplante Nachrüstung meines FLEVOBIKEs mit neuen Laufrädern, Sachs 3x7 Schaltung, Nabendynamo usw. schneller als ursprünglich geplant durchgeführt werden.
Alle erforderlichen Teile waren bereits vorhanden, so daß innerhalb von vier Wochen im Zeitraum Mitte Dezember 2002 bis Mitte Januar 2003 das Rad fertig war. Mit die meiste Arbeit machte die aufwendige, von mir selbst geplante Elektrik.


Herzstück des FLEVOBIKE ist das Lenkerkopflager und der Lenkungsdämpfer.

Bei Radtouren wurde ich nun immer mutiger, aber…. neue Unsicherheiten tauchten auf: Zunächst bekam ich bei Geschwindigkeiten ab 28km/h Angst und das Rad fing prompt an zu schlingern. Nachdem ich diese Phase überwunden glaubte: Das gleiche Phänomen bei 35km/h…
Das FLEVOBIKE reagiert auf Stimmungsschwankungen: Wenn man „gut drauf“ ist, fährt man einen „schnurgeraden Strich“, wenn dies nicht der Fall ist, eiert man etwas.

Dann wurden schnelle Bergabfahrten ohne Mittreten zum Problem.

Aber, irgendwann fühlte ich mich sicher!

Spätestens ab diesem Zeitpunkt machten sich die gesundheitlich positiven Aspekte des FLEVOBIKEs bei mir bemerkbar:
Nach einer FLEVOBIKE-Tour ist der Kopf frei, egal wie stressig der übrige Tag war. Klar, die üblichen Koordinationsfunktionen müssen vom Hirn auf Flevonautisch übersetzt werden, wozu "Umprogrammierungen" erforderlich zu sein scheinen.
Der gesamte Körper fühlt sich nach einer FLEVOBIKE-Tour gut an, sämtliche Zipperlein, besonders den Rücken und den Hüftbereich betreffend sind wie weggepustet...

Im April 2003 wurde mein FLEVOBIKE von mir als Reiserad genutzt: Von Colmar im Elsass gings entlang von Rhein und Maginot Linie nach Germersheim... Toll!
Meine Liebste war zwischenzeitlich mit Finn im 8.Monat und Ihr rotes FLEVOBIKE bewährte sich, vollgefedert und ergonomisch, als ideales Schwangerenfahrrad .

Die Flexibilität des FLEVOBIKE-Konzeptes zeigte sich, unser Sohn Finn erblickte im Juni in der Fahrradmetropole Münster das Licht der Welt, als wir unsere FLEVOs in Ermangelung eines dafür geeigneteren Liegerades als Zugfahrrad für den Kinderanhänger einsetzten.

Zunächst auf Tagestouren und im Alltag, dann auf Fahrradreisen bewährten sich unsere FLEVOBIKEs für eine Aufgabe,für die sie niemals konstruiert worden sind.

Inzwischen besitze ich neben einem BEVO-Bike und dem FLEVOBIKE noch einen Optima Dolphin als spezielles Reiserad und einen Optima Stinger als Rennrad.

Ein FLEVOBIKE fahren zu können ist für mich aber nach wie vor die großartigste Sache und ich werde mein FLEVOBIKE freiwillig niemals hergeben :-)

Was bleibt noch? Tja, FLEVO-fahren lernen mit Klickies wäre für mich noch eine Herausforderung.....